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Freitag, 16. Dezember 2011

com net

tvmaria – wer denkt denn bei so einer fromm klingenden Internetseite schon was Schlimmes. Schwerer Irrtum. tvmaria.net sollte es sein, auf der der gläubige User der Einführung des Erzbischofs von Manila fromm beiwohnen konnte, tvmaria.com wurde es dann, und was es da zu sehen gab, konnte, so wurde berichtet, selbst einem abgebrühten Atheisten die Sprache verschlagen. Jedenfalls sollen es sich um Beiwohnungen ganz anderen Art gehandelt haben, die die leidlich fromme Kirchenmaus nicht weiter ausführen mag, will, kann und darf.

Nun sind Fehler dazu da, aus ihnen zu lernen. Natürlich etwas mehr Sorgfalt im Internet. Kann nie verkehrt sein. Aber das wäre zu vordergründig. Denn hintergründig kündet uns doch das Geschehene etwas viel Erhabeneres und zugleich Abgründigeres: Wie eng nämlich Heiligkeit und Verruchtheit zusammenliegen können: Kuh und Bärin, Wolf beim Lämmlein, Leopard beim Böcklein, man erinnere sich – com und net, und das alles eben nicht nur im verweltlichten Internet, sondern im menschlichen Herz.
Und ich erinnere mich daran, wie irgendwelche trunkenen Spaßvögel über das Vordach einer Kirche am Niederrhein die Leuchtreklame eines sich im Abbruch befindlichen Etablissements setzten: club d’amour, was natürlich Predigtstoff genug gab, hatte nämlich einige Zeit vorher ein sich inzwischen in freudig-ewiger Anschauung befindlicher Kardinal verkündet, die Kirche sei doch ein Haus der Freude.
Wie die verirrten User sich verhalten haben, ist nicht überliefert. Die meisten, so darf man glauben, haben jedoch zügig die Konsequenzen gezogen....

1 Kommentar:

  1. ...wie der alte Münsterländer sagt: "Dem einen sin Uhl is dem andern sin Nachtigall"
    oder: Wie das Leben den besten Stoff für eine Predigt liefert.
    Das "Haus der Freude" ist natürlich ein gebräuchlicher Begriff, aber nicht unbedingt für die Kirche *grins*. Die besten Geschichten schreibt das Leben.
    Eine "stille" Leserin

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