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Samstag, 14. Mai 2011

Die Tugend der Könige

... ist zweifelsohne die Tugend der Großzügigkeit. Ein weites Herz, erlauben was irgendwie möglich ist, huldvoll über die Fehler der anderen hinwegsehen, diskret tadeln und immer wieder im reichen Maße Freundlichkeiten verteilen: Eine fürwahr köngliche Tugend, die ein wenn auch nur schwacher Abglanz dessen ist, der seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte.
Ach, wir könnten ein nie enden wollendes Loblied auf die Tugend der Großzügigkeit anstimmen.

Warm wird uns ums Herz, wenn wir hier und heute erleben dürfen, wenn uns diese Großzügigkeit anempfohlen wird:
"Für Entscheidungen in Einzelfällen soll sich der Pfarrer, der Rektor oder der für eine Kirche verantwortliche Priester von seiner Klugheit sowie von seelsorgerischem Eifer und vom Geist großzügiger Gastfreundschaft leiten lassen."
Welch weises Wort im neuen Motu Proprio des Papstes. Und wir zweifeln keinen Augeblick daran, dass dieses Wort eines frohen Tages nicht nur denen gilt, die der alten Tradition huldigen wollen. Nein, wir können uns sozusagen im voreilenden Gehorsam den Kreis derer, die in den Genuß dieser Großzügigkeit kommen dürfen, nicht groß genug denken.
Freilich: Irgendwo, irgendwann ist Schluss. Mit Recht, und zwar mit bischöflichem. Bischof Müller verbietet Hans Meier die Präsentation seiner Autobiographie in kirchlichen Räumen. Denn dieser hat nicht nur ein Herz sondern auch  eine nicht unbedeutende Summe Geld für "donum vitae" gespendet. Und das darf man, wie bekannt, als Katholik auf keinen Fall. Wie gesagt: Irgendwann sind auch die Grenzen der Großzügigkeit erreicht.

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