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Donnerstag, 16. Juni 2011

Ehre wem Ehre gebührt

Niemand sollte sagen, Titel seien out. Analog zu Max Frisch kann man inzwischen fragen: Was würden Sie zur Erlangung eines Titels nicht tun?
Während allerdings in der Politik selbst ein unter gewissen Umständen erworbener und ebenfalls unter gewissen Umständen aberkannter Titel den (Nicht)Besitzer offenbar noch für ein Comeback qualifiziert (so Seehofer über Dr. ex. Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg), so sollten wir in der Kirche doch andere Maßstäbe pflegen, zumal wir ja über ein gehöriges Maß an zu verleihenden und zu erlangenen Titel verfügen.
Umso erfreulicher ist daher ein bisher völlig geheim gehaltenes Papier aus dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, das empfiehlt, die bisher wenig transparenten Wege zur Erlangung eines kirchlichen Titels zu lichten und an gewisse Bedingungen zu knüpfen: Monsignore für eine einmal erfolgreich abgeschlossene Fusion, Prälat für zwei erfolgreich abgeschlossene Fusionen, bischöflicher Großwesir für die geräuscharme Abwicklung mindestens zweier als abgängig erklärter Kirchengebäude, päpstlicher Geheiminquisitor für die Aufdeckung von mindestens vier von der Lehrmeinung abweichenden Äußerungen modernistischer Professoren. Womit dann Gemeinden, bei welchen sich ein neuer Pfarrer bewirbt, sofort am eventuellen Titel erkennen können, mit welcher Koryphäe sie es zu tun bekommen!

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