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Samstag, 4. Juni 2011

Wenn die Herren sich nicht mehr benehmen können

Wir stellen eine eigentümliche Entwicklung fest: Aus Christi Himmelfahrt (Insider haben noch eine schwache Erinnerung an ein christliches Fest), wurde der berüchtigte Vatertag - und dieser wiederum zu dem noch berüchtigteren und exzessiveren Herrentag, wie man diesen Tag in den östlichen Bundesländern zu nennen pflegt, welchselbiger offensichtlich in Analogie zu frührpubertären Spielchen zu Vergleichen zu animieren scheint: "Wer hat den Schönsten?" (Bollerwagen)?

Nun sind die ehemaligen christlichen Feiertage nicht nur politisch korrekten Grünen (Stichwort: Tanzen am Karfreitag) oder mutigen Atheisten ein Dorn im Auge, sondern inzwischen den Christen selbst. Treiben nämlich, buchstäblich auf ihrem Rücken, Väter und Herren fröhliche Urständ mit dramatischen Ausgängen. Zweifelsohne: Hier herrscht  Ungerechtigkeit größter Dimension: Während die Herren und Väter nebst Gefolge zur zweifelhaften Freude unschuldiger Zeitgenossen das Bier a) verdrücken und zur Pflege der Umwelt b) oft postwend entsorgen, gehen die letzten Christen brav in die Kirche, ertragen ergötzliche Predigen über die nicht vorhandene Raumfahrt zur Zeit der Zeitenwende und zahlen zudem noch Kirchensteuern, was man den Vätern und Herren nicht so einfach unterstellen darf - und diese wiederum trollen sich bierschwanger durch die Weltgeschichte und Landschaftsschutzgebiete.

Doch wo das Problem am größten ist, ist die Lösung am nächsten: Bevor die Christen den alkohllechzenden Krawallbrüdern, -vätern und herren einen freien, versoffenen und flegenhaften Feiertag bescheren, sollte, natürlich nach Bundesland getrennt, folgende Regelung eingeführt werden: Der Tag ist nur noch dann frei, wenn im Jahr zuvor der Schnitt der Kirchenbesucherzählung mindestens 20 % (katholisch und evangelisch) ergeben hat, mit jährlicher Progression über 10 Jahre zu je 1 Prozent. Sollte diese Marke nicht erreicht werden: Ab zur Arbeit. Denn nur diese scheint die Gesellschaft vor flegenden Krawallbrüdern zu schützen.

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