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Freitag, 4. November 2011

Memorandös

Ruhig geworden ist es um’s Memorandum. Zur Erinnerung für alle Schnellgeistigen: Der Text, der von einer Reihe von Theologieprofessoren verfasst wurde und (mal wieder) Reformen in der katholischen Kirche anmahnte. Über die Wirksamkeit solcher Resolutionen war man schon damals geteilter Meinung. Immerhin war dieser Text ein Anlass für den Dialog, den einige Bischöfe angestoßen haben, wobei aus dem Dialog dem Vernehmen nach ein Gespräch werden soll bzw. es sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was denn nun dialogfähig ist und was nicht.

Nun hat die Zeitschrift „Lebendige Seelsorge“ das schon ziemlich geschlossene Fass wieder aufgemacht und eine Reihe von „Nachbetrachtungen“ veröffentlicht. So richtig gestolpert bin ich über eine. Heinz-Günther Schöttler, Professor für Pastoraltheologie, erklärt seine Gründe, warum er nicht unterschrieben hat. Er erläutert das unter der Überschrift: Qui asinum non potest, stratum caedit: Wer den Esel nicht schlagen kann, schlägt den Packesel, und er berichtet davon, was in der Zeit geschehen ist, nachdem er die „Petition Vatikanum II“ (www.petition-vaticanum2.org) aus dem Jahr 2009 unterschrieben hat:

„Menschen wurde von kirchenamtlicher Seite z.T. erheblich zugesetzt, weil sie Mitarbeiter von mir sind. Sie wurden gleichsam in „Sippenhaft“ genommen. Das hätte ich in der Kirche nicht für möglich gehalten, wenn ich nicht konkret eines Besseren belehrt worden wäre. Das ist es, was mich unfrei macht und unter Druck setzt. Deshalb habe ich das „Memorandum 2011“ nicht unterschrieben – aus Verantwortung für die persönliche und berufliche Zukunft von Mitarbeitern.“ (Lebendige Seelsorge 2011, S. 364).

Nun steht es jedem frei, das zu glauben oder nicht. Die sicherlich hier einsetzende fleißige Theroriebildung mag dem Autor zügig Verfolgungswahn unterstellen. Ganz ausschließen kann man es theoretisch ist. Das wäre schlimm. Viel schlimmer allerdings wäre es, wenn es stimmt, was der Mann schreibt … Dann: Gute Nacht in vielerlei Hinsicht.

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