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Samstag, 16. April 2011

Der fromme Trainer

Wenn ein Trainer seinen Hut nimmt oder, was jetzt häufiger geschieht, seinen Hut nehmen muss, dann liegen die Gründe in aller Regel im Erfolg oder in Finanzen, was beim Fußball in den oberen Ligen fast immer dasselbe ist. Etwas ungewöhnlich ist das, was man bei Schäfer, dem durchaus nicht erfolglosen Trainer vom 1. FC Köln vermutet. Enge Vertraute jedenfalls meinen, ihm gingen folgende Gedanken durch den Kopf: "Will ich jeden Tag in der Zeitung stehen? Hinter dem Geld herlaufen? Damit beschäftigt er sich." Das jedenfalls kündet die Süddeutsche.
Nun ist der Zusammenhang zwischen Fußball und Religion weder neu und oft beschrieben: Das Gemeinschaftserlebnis im Stadion einschließlich ritueller Gesänge, der apokalyptisch anmutende Kampf zwischen gut und böse, die Heiligenverehrung (mit dem Unterschied, dass man zu Verehrungszwecken im Christentum erst einmal tot sein muss, während das beim Fußball in den meisten Fällen hinderlich ist), die spezielle Kleidung, mit der man sich zum Ritus versammelt (für die jüngeren Leser: Früher kleidete man sich zum Kirchgang entsprechend) und vieles mehr.
Neu ist, dass die Religion fürs Fußballgeschäft hin und wieder hinderlich ist. Wäre doch auch mal was für einen wackeren Fan, wenn die totale Begeisterung für seinen Verein ihn, sagen wir es vorsichtig,  in den Augen eines Außenstehenden höchst ungewöhnlich benehmen lässt.

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