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Montag, 11. April 2011

Die Weisheit des Kardinals

Beim traditionellen Kölner Schweigegang am Wochenende hat Joachim Kardinal Meisner vor falschen Akzenten in der Kirche gewarnt. Es gehe nicht um „Kirchensteuer, gesellschaftliche Akzeptanz oder eine bessere Presse“, sondern darum, „alleine auf Gott“ zu setzen. „Ein Gebot der Stunde heißt für uns: Gott glauben“, sagte der Kölner Erzbischof bei seiner Predigt am Samstagabend (09.04.2011) vor den Kölner Männern, die zuvor an der Wallfahrt teilgenommen hatten.

Es mache ihn „froh und glücklich“, so Meisner, „dass Gott ist“. Gottesliebe und Glaubensfreude würden das einzige Brot sein, „das die Christen von morgen und übermorgen noch satt machen wird“. Die Freude am Glauben sei unsere Stärke. „Unser Elend liegt so oft daran, dass wir Gott nicht mehr schmecken.“ (Domradio, 10.4.11.)


So ist es. Denn 180.000 Ausgetretene bedeuten zur Zeit noch nicht, dem Herrn (oder vielleicht doch nicht dem Herrn?) sei Dank, dass die Kirchensteuermittel zurückgehen. Vorläufig zumindest nicht. Die gute Konjunktur macht's. Und wenn sie zurückgehen? Ach, was brauchen wir denn Kirchensteuern. Geld macht doch nicht glücklich. Natürlich brauchen wir auch keine gesellschaftliche Akzeptanz, sollen sie sich doch in den Talkshows das Maul zerreißen, was kümmert's den Mond, wenn ihn ein Hund anbellt - leider gibt es immer noch ein paar Verzahnungen, weswegen man bei der bösen Gesellschaft Klinken putzen muss, und wenn man nur den Stadtrat davon überzeugen möchte, dass ein katholischer Kindergarten nicht die schlechteste Einrichtung ist, und auch ansonsten erwarten wir vom Staat, dass er so manche kirchlichen Projekte finanziell fördert, einschließlich einiger staatskirchenrechtlich vereinbarter Stellen an den diversen Domplätzen.

Ach, und die gute Presse: Sollen sie sich doch das Maul zerreißen und uns kritisieren bis der Griffel bricht. Unsere Leute lesen die Kirchenzeitungen
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Unbestätigten Angaben zufolge haben die deutschen Bischöfe beschlossen, dass alle kirchlichen Einrichtungen keine staatlichen Mittel mehr annehmen dürfen und an die Stelle der Kirchensteuern freiwillige Gaben der Gläubigen treten werden.  Zudem werden sie in keiner Talkshow mehr auftreten und keiner Zeitung (außer der Kirchenzeitung und der Deutschen Tagespost) mehr Interviews geben. Schließlich geht es wirlich in diesen Zeiten darum, allein auf Gott zu setzen.

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