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Dienstag, 19. April 2011

Österlicher Rosenkrieg, rein innerkirchlich.

Kurz vor Ostern erleben wir, halb belustigt, halb beschämt, den Rosenkrieg zweier Priester und eines Theologiestudenten. Letzterer, was ja durchaus vorkommen soll, pflegt eine ganzheitliche Beziehung (so nennt man das heute) zu zwei Mitbrüdern, Bruder A und Bruder B, bei denen es mit der Mitbrüderlichkeit nocht schlechter bestellt ist als sonst. Die berüchtigte invidia clericalis, in Normalfällen bezogen auf den Gottesdienstbesuch des Mitbruders der Nachbargemeinde, bezieht sich hier, angeblich ganzheitlich, auf den Angebeteten und Verehrten, worunter ausdrücklich nicht der Herr selbst zu verstehen ist, sondern eben der, der mal dem Herrn dienen will. So weit, so schlicht, so - naja eben. Doch Bruder A., nicht der Bedächtigste und Besonnenste, von osteuropäischem Temperament, wird eifrig und fleißig. Zur eifrig und fleißig, wie ihm ein Innsbrucker Gericht bescheinigte und ihn wegen permamenten Telefonierens und Schreibens von Briefen angeblich unzüchtigen Inhalts zu 1800 € verurteilte. Bruder B, der vermeintliche Konkurrent in der Studentengunst jedenfalls hatte mindestens einen roten Kopf und natürlich ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten in Aussicht und der begehrte Theologiestudent kann sich vermutlich eine andere Zukunft planen. So weit, so - naja eben.

Doch bevor man jetzt die Hoffnung haben könnte, dass allmählich das walten sollte, was schon längst angemessen gewesen wäre, nämlich Vernunft und Anstand, der wird jetzt erst recht eines schlechteren belehrt. Denn jetzt geht Bruder A. in die Offensive. Was das Gericht mit 1800 € Strafe belegte, war von ihm nur eine besondere Form der Seelsorge. Gewiss sei die Sachlage damals kompliziert gewesen. Doch um den Studenten hat er sich Sorgen gemacht. Die Anrufe dienten pastoralen Testzwecken. Und seine Beurlaubung durch das Erzbistum München dauert nur solange, bis sein guter Ruf wiederhergestellt ist. Wer anderes behauptet, mache sich auf rechtliche Schritte gefasst!!!

Wie sagt es so schön Hans Conrad Zander: Wenn's einmal abwärts geht, gibt's nach unten hin keine Grenze.

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